
Hamburg - Frau in Not!
Wie immer bin ich am Samstag so gegen 11.30 Uhr im Depot.
Wie auf Bestellung fing es an zu regnen. Keine schönen Vorraussetzungen für einen Erfolgreichen Samstag. Viele Fahrer sind gar nicht erst raus gefahren.
Ich hatte aber nun um 18.00 Uhr eine Gebuchte Tour. Also blieb mir nichts anderes übrig, ich musste los.
Auf dem Rathausmarkt angekommen, war ich dann auch schon ziemlich nass.
Nach kurzer Wartezeit bekomme ich dann meine erste Tour. Eine Älteres Pärchen wollte in die Deichstraße. Wir fahren los.
An der Willy-Brandt-Straße, auf Höhe der Nikolaikirche, sehe ich plötzlich auf der anderen Straßenseite eine ältere Frau auf der Straße liegen.
Es ist wirklich unfassbar, kein Autofahrer hält an und leistet erste Hilfe. Die Autos rasen einfach weiter.
Ein kurzes ausweichen und das war es auch schon.
Ich halte an und laufe über die sechsspurige Willy-Brandt-Straße und ziehe die Frau erst einmal von der Fahrbahn. Dann rufe ich über Handy den Rettungsdienst. Vom Rettungsdienst kommen dann weitere Anweisungen. Ruhig und sachlich wird mir gesagt was ich tun solle.
Sprechen Sie die Frau an. Fragen sie: „Wie alt Sie ist, was tut ihr weh!“
82 Jahre ist sie alt. Sie wollte nur nach einem Taxi winken, und habe dann den Bordstein nicht gesehen und sei halt dann gestolpert und auf die Straße gefallen.
Wahrscheinlich ist wohl Ihr Arm gebrochen. In der Zwischenzeit hat dann endlich ein Autofahrer angehalten und mit Warnblinker die rechte Spur gesperrt. Er hat eine Rettungsdecke herausgeholt und Sie der Frau erst einmal umgelegt, und mit beruhigenden Worten sich dann ebenfalls um die Frau gekümmert. Nach ein paar Minuten war dann auch der Unfallwagen da, und die Frau war dann in sicheren Händen.
Vielen Dank noch einmal an den Autofahrer der geholfen hat, und vielen Dank auch an meine Fahrgäste im Fahrradtaxi, die so viel Geduld hatten.
Traurig finde ich nur, dass in einer Großstadt, mit so vielen Menschen die meisten achtlos weiter fahren oder laufen.
Was für ein schwarzer Tag!
Regen ohne Ende, dann dieses nicht sehr schöne Erlebnis, und die Kasse hat auch nicht geklingelt.
So blieb mir nur die Gebuchte Tour am Abend.
7 Mädels feiern Jungessellenabschied. Vom Rathausmarkt soll es zum Beach – Club „Strand Pauli“ gehen. Mit drei weiteren Fahrradtaxis machen wir eine kleine Stadtrundfahrt daraus. Die Mädels sind total gut drauf. So entsteht eine Tour zwischen Sightseeing und lustiger stimmungsvoller Fahrt. Bei „Strand Pauli“ angekommen, mussten wir dann leider Festellen das heute geschlossen ist. Was nu? Nikolai macht einen Vorschlag: „Ich fahre eben dort hinten hin, laufe über die Fußgängerbrücke, dort gibt es ein nettes Lokal. Ich schaue nach ob noch Plätze frei sind. Wie gesagt so getan. Es sind wirklich noch Plätze frei. Also setzen wir unsere Fahrt fort, und Kurbeln uns hoch nach St.Pauli. Am Lokal angekommen dann die totale Begeisterung. Mit so viel Service haben wir gar nicht gerechnet, das war echt super.
So hatte dieser „Graue Tag“ dann am Ende wenigstens noch einen kleinen „Lichtblick“.


