Stellt Euch einmal vor, Ihr fahrt mit dem Auto durch den „Hamburger Elbtunnel“, Richtung Norden oder Richtung Süden…. Und statt Kacheln seht Ihr durch eine „Gläserne Röhre“ was so in der Elbe schwimmt. Diverse Fischarten, oder den Schiffsrumpf der „QM2“. Das geht natürlich nicht, weil sonst „alle“ nach oben gucken würden, und dann noch mehr Unfälle passieren würden.
Aber im „Alten Elbtunnel“ der von 1907-11 erbaut wurde, und modernster Tunnel seiner Zeit war.
Dort gibt es seit Gestern bis Mitte Mai, einen Werbegag von „Sky Chanel“, der einem vorgaukelt die Elbe von unten zu sehen.
Zwei Röhren von je 450 m Länge verbinden St. Pauli und die Elbinsel Steinwerder. Durchquerbar zu Fuß, mit Fahrrad und Auto.
Der erste Elbtunnel wurde zwischen 1907 und 1911 im Schildvortriebsverfahren in 23 m Tiefe unter der Elbe gebaut. Seine Doppelröhren sind 450 m lang.
Fußgänger, Fahrradfahrer und Kraftfahrzeuge werden in vier riesigen Lastaufzügen zwischen Tunnelniveau und Oberfläche auf- und abtransportiert.
Der Elbtunnel sollte den Hafen- und Werftarbeitern einen schnellen Zugang zu ihren Arbeitsplätzen auf der Elbinsel Steinwerder ermöglichen. Denn die 1889 eingeweihten Elbrücken im Osten waren hierfür zu weit von der City entfernt. Die Hafenarbeiter wurden stattdessen in Barkassen aller Art übergesetzt.
Der herkömmliche Fährbetrieb bewältigte allerdings die wachsende Zahl der Passagiere zwischen Stadtkern und Steinwerder nicht mehr. So entschied man sich 1902 für den Bau des Elbtunnels. Er war mit 10,7 Millionen Goldmark billiger als eine Hochbrücke - diese hätte 25 Millionen Goldmark verschlungen.
Die Erbauer legten den Tunnel so tief, dass nach damaligem Ermessen jedes zukünftige Schiff ungehindert darüber hinwegfahren konnte. Die technische Entwicklung jedoch überholte die Prognosen.
Die Röhren befinden sich etwa 12 m unter dem Pegel des mittleren Hochwassers. Daher können heutige, sehr große Schiffe mit mehr als 12 m Tiefgang den östlichen Teil des Hafens nicht mehr erreichen und legen stattdessen in Waltershof oder Altenwerder an.
Von der anderen Seite, der Werftinsel Steinwerder aus, kann man das unvergleichliche Elbpanorama mit Blick auf die City und den Hafenrand genießen. Für Fußgänger ist der Tunnel immer geöffnet, für Autos ist die Durchfahrt nur Montag bis Freitag von 5:30 bis 20:00 Uhr möglich, am Samstag und Sonntag jedoch ganztägig gesperrt.
Der Alte Elbtunnel kann z.B. im Rahmen der Innenstadtspaziergänge Hafen-Tour, Wall-Tour oder Balkon-Tour besucht werden.
von rikschadriver
in Hamburg
um
22:18
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