Am 1. Dezember war zu lesen dass Santa Fu die Türen öffnet. Was als gut gemeinte Weihnachtsaktion gedacht war, endet jetzt mit einem Streit. Zum ersten Dezember sollte das erste Türchen im Adventskalender geöffnet werden. Zum Verkauf standen 24 historische Knasttüren. Die Türen stammen aus der Zeit der Gefängniseröffnung 1906. Sie sind 2,04 Hoch und 89 Zentimeter breit und aus besten Holz mit robusten Eisenriegel und Durchreiche.
Hinter diesen Türen haben schon manche große und kleine Gauner ihren nächsten Coup geplant. Seit der Knastrenovierung sind die 24 Türen übrig.
397 Euro kostet so eine Tür mit Echtheits-Zertifikat von der Justizbehörde. Für 100 Euro Aufpreis wird die Tür frei Haus geliefert. Mit einem Teil des Erlöses wird die Opferhilfsorganisation „Weißer Ring“ unterstützt.
Als prominentester Käufer nahm Schauspieler Jan Fedder am Freitag seine Zellentür entgegen. Fedder erklärte, er wolle das 85 Kilogramm schwere Stück in sein Bauernhaus mitnehmen. "Vielleicht baue ich sie dort ein oder ich bastle einen Tisch daraus."
Doch nun wurde die gut gemeinte Verkaufaktion von Justizsenator Till Steffen (Gal) gestoppt.
"Ich habe den Verkauf von Gefängnistüren durch das Santa-Fu-Projekt mit sofortiger Wirkung gestoppt", teilte Steffen am Sonnabend mit. "Das Gedenken an die Opfer im Nationalsozialismus darf nicht beschädigt werden." Die öffentliche Diskussion habe gezeigt, dass diese Gefahr bestehe. Wer durch den Kauf der Knasttür ebenfalls ein schlechtes Gewissen bekommen hat, soll die Möglichkeit bekommen, sagte Steffen, den schon abgeschlossenen Vertrag rückgängig zu machen.
Kritik kam auf, weil "Santa Fu" von den Nazis auch als Gestapo-Gefängnis und als Außenstelle des Konzentrationslagers Neuengamme genutzt worden war.
Jan Fedder sagte der Hamburger Morgenpost, er unterstütze die Opferschutzorganisation Weißer Ring. "Das ist auch der Grund, weshalb ich mir
die Tür gekauft habe. Von der KZ-Sache wusste ich nichts." Sollte sich herausstellen, dass Unschuldige hinter der Tür saßen, wolle er sie wieder zurückgeben.
Quelle Hamburger Abendblatt
von rikschadriver
um
14:41
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